AUSSTELLUNGEN
Sonderausstellung Film
film.geschichte:
„Wenn ich sonntags in mein Kino geh'“. Ton – Film – Musik 1929-1933
3: Krise
Die Einführung des Tonfilms in Deutschland vollzog sich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen und politischen Krise: Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, politische Instabilität bestimmten den Alltag vieler Menschen.
Das Kino bot für wenige Stunden eine Ablenkung von diesen Sorgen: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bißchen Glück“, singt Lilian Harvey in EIN BLONDER TRAUM (1932, Paul Martin), „Einmal schafft’s jeder!“, trällern die radelnden Fensterputzer im selben Film. Der zeitgleich entstandene kommunistische Film KUHLE WAMPE ODER WEM GEHÖRT DIE WELT? (1932, Slatan Dudow) hingegen zeigt, wie sich Arbeitslose auf der Jagd nach Arbeit verzweifelt auf ihren Fahrrädern abstrampeln.
Die Themen des Alltags werden in zahlreichen Tonfilmoperetten nicht völlig ausgeblendet: Die Hauptfiguren sind Ladenmädchen, Fensterputzer, Kellner oder stellungslose Schauspieler. Sie sind auf der Suche nach dem privaten Glück, stellen bisweilen das soziale Gefüge und das Verhältnis der Geschlechter in Frage. Das Happy End wurde oft mit einem ironischen Augenzwinkern inszeniert. |
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Blicke in die Ausstellung, Bereich „Krise"
Fotos: Marian Stefanowski |