Romy Schneider. Wien – Berlin – Paris
Zerstörung In der zweiten Hälfte der 1970er spielte Romy Schneider verschiedentlich ausgebeutete, missbrauchte, gedemütigte Frauen, die sich direkt oder indirekt mit dem Tod auseinandersetzen. 1975 war sie Täterin und Opfer in einem Mordkomplott in Claude Chabrols Psychothriller LES INNOCENTS AUX MAINS SALES / DIE UNSCHULDIGEN MIT DEN SCHMUTZIGEN HÄNDEN. 1976 verkörperte sie in MADO, ihrer vierten Zusammenarbeit mit Claude Sautet, eine am Leben verzweifelte, alkohol- und tablettenabhängige Figur, während sie im realen Leben ähnliche Probleme hatte. 1979 trat Romy Schneider in Costa-Gavras’ Film CLAIR DE FEMME / DIE LIEBE EINER FRAU auf – als trauernde Mutter einer bei einem Unfall ums Leben gekommenen Tochter. Die Rolle schien den Tod ihres Sohnes David im Jahr 1980 bereits vorwegzunehmen. Ebenfalls 1979 drehte sie mit Bertrand Tavernier den medienkritischen Spielfilm DEATH WATCH – DER GEKAUFTE TOD, in dem sie, todkrank, zum Opfer eines sensationsgierigen Fernsehsenders wird. Im realen Leben wurde Romy Schneider permanent von Paparazzi verfolgt. Der Versuchung, Parallelen zwischen Realität und Fiktion im Leben Romy Schneiders zu ziehen, sind alle ihre Biografen erlegen; zum Teil vergaßen sie dabei, mit welch hohem Grad an künstlerischem Engagement sie ihre Rollen interpretierte, denn Romy Schneider war, wie ihre Regisseure bezeugen, vor allem eine professionelle Schauspielerin.
>> Mythos << zurück
|
|

Blick in die Ausstellung
Foto: M. Stefanowski

CLAIR DE FEMME, 1979

LA PASSANTE DU SANS-SOUCI, 1982
|