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Zen Dojo Karlsruhe
Scheffelstraße 53
Telefon und Fax:
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Soto-Zen


Dogen Zenji

Die Tradition des Soto-Zen, in der Form wie wir es heute praktizieren, geht auf Meisten Dogen Zenji aus dem 13ten Jahrhundert zurück. Dogen war damals, genau wie viele Wegsuchende heute, auf der Suche nach dem wahren Weg und studierte so in verschiedenen Schulen des Buddhismus in Japan. Allerdings konnte keine der dort verbreiteten Lehren Dogen zufriedenstellen. Dieser hatte den Eindruck, dass es in den meisten Tempeln mehr um die Stellung und den damit verbundenen Reichtum ging, der damals einem Priester zustand, als um den wahren Buddhaweg. So reiste Dogen zusammen mit seinem damaligen Meister Myozen nach China, um dort die ursprüngliche Lehre des Zen zu ergründen.
Aber auch in China konnte seine Sehnsucht nicht wirklich zufriedengestellt werden und so wollte Dogen schon bald wieder abreisen. Kurz vor seiner Abreise begegnete er jedoch einem alten Mönch, dem Tenzo (Chefkoch) eines Tempels. Dieser trocknete am Ufer Pilze, die er für das Essen der Mönche gekauft hatte. Dogen verwunderte dies.
So fragte er ihn, warum er hier und jetzt in dieser Hitze die Pilze trocknete, anstatt wie es für einen Mönch seines Ranges und Alters üblich war, Sutren zu studieren und Zazen zu üben.
Aber der alte Mönch lachte nur und antwortete Dogen, dass dieser wohl noch nicht einmal im Traum etwas von der wahren Buddhalehre gehört habe.
Dies beeindruckte Dogen und er wollte mehr über diesen eigentümlichen Mönch und seine Praxis erfahren. Doch er sagte, er müsse schnell wieder zurück in den Tempel, um das Mahl für die Mönche zu bereiten und hätte keine Zeit für Diskussionen. Aber er lud Dogen ein, in seinen Tempel zu kommen und dort bei seinem Meister zu praktizieren. Dogen nahm das Angebot natürlich an und begann so, bei Meister Tendo Nyojo zu praktizieren, um unter dessen Anleitung nach eigenen Worten "die große Sache lebenslanger Übung" zu klären. Die Essenz der Lehre Meister Nyojo's lag in der Übung von Zazen, im Abwerfen von Körper und Geist (shinjin datsuraku).
Als Dogen dann einige Zeit später zurück nach Japan reiste, widmete er von da an sein gesamtes Leben der Weitergabe der wunderbaren Praxis, wie er sie von Meister Nyojo empfangen hatte.
Das erste schriftliche Werk, das Dogen nach seine Rückkehr verfasste, war das Fukanzazengi (Richtlinien für die Übung des Zazen), woraus dessen große Bedeutung für Dogen hervorgeht. Zazen stellt für Dogen ohne jeden Zweifel die essenzielle Praxis des Zen dar und ist, so sagte Dogen, "das wahre Tor zum Buddha-Dharma".
Danach verfasste er nach und nach die weiteren Kapitel des Shobogenzo (Schatzkammer des wahren Dharma), in dem er sein Erwachen schriftlich ausdrückte, sowie das Eihei Shingi und weitere bedeutende Werke. Später gründete er den Tempel Eiheiji, und setzte dort seine Unterweisung und Praxis des Zazen unermüdlich bis zu seinem Tode fort.

Kodo Sawaki

So wurde das Soto-Zen über viele Generationen hinweg bis zu Kodo Sawaki Roshi (1880-1965) weitergegeben, der ebenfalls eine sehr bedeutende Rolle in der Geschichte des Soto-Zen hat. Dieser fand im Japan seiner Zeit ein stark formalistisches Priestertum in den Tempeln vor sich, bei dem die Praxis stark degeneriert war. Man konzentrierte sich mehr auf das Rezitieren von Sutren und das Durchführen von ausgeprägten Zeremonien als auf die Buddhapraxis des Zazen selbst.
Meister Kodo Sawaki belebte durch seine starke Zazenpraxis das Zen in Japan wieder neu und brachte die Übung des Zazen wieder zurück in die Klöster. Vor allem aber brachte er Zazen wieder in den Alltag der Menschen und lebte wie Dogen ohne Kompromisse die Lehre des Zen. So wurde er als der "heimatlose Kodo" bekannt, da er die meiste Zeit keinen festen Wohnsitz in einem Tempel hatte, sondern wie ein wahrer Zen-Mönch unermüdlich reiste, um die Zazenpraxis zu verbreiten.

Hier einige Aussprüche von Kodo Sawaki, die sehr gut den Kern seiner Lehre zum Ausdruck bringen:
Jeder Einzelne von uns wird gemeinsam mit der Welt geboren und stirbt gemeinsam mit der Welt.
Denn jeder trägt seine eigene, ganz persönliche Welt in sich selbst.
Wenn du Zazen praktizierst, bist du vollkommen neu. Wenn du Zen praktizierst, geht es um dich selbst, hier und jetzt. Zen darf nicht zu einem Gerücht, das mit dir nichts zu tun hat, werden.Samadhi (das Aufgehen in der Praxis) bedeutet das, was das gesamte Universum ausfüllt, in jedem einzelnen Augenblick, bei jeder einzelnen Tätigkeit, in die Praxis umzusetzen, indem du dich ihm vollkommen hingibst. Etwas einfach zu tun bedeutet, es jetzt auf der Stelle zu tun. Es bedeutet nicht, die Zeit seines Lebens zu verschwenden.In unserer Schule gibt es keine Gottheiten neben Zazen. Nicht-Denken ist der Leib des Dharma.

Taisen Deshimaru

Meister Taisen Deshimaru war Schüler Kodo Sawakis und praktizierte mit diesem bis zu dessen Tod im Jahre 1965. Danach brach er nach Europa auf, um dort auf frischem Boden die wahre Lehre des Zen zu verbreiten.
Deshimaru kam ohne die Hilfe irgendeiner Organisation und ohne finanzielle Mittel 1967 in Paris an und begann dort, im Keller eines kleinen Ladens Massagen zu geben, um seinen Lebensunterhalt zu sichern. Nach und nach bildetete sich eine kleine Sangha um Meister Deshimaru und die Praxis des Zazen begann sich zu verbreiten.
In den 15 Jahren, die er in Europa verbrachte, gründete Meister Deshimaru über hundert Dojos und Zazengruppen in ganz Europa, den grossen Zen-Tempel La Gendronniere (bei Blois in Frankreich) sowie die AZI (Association Zen Internationale).
Er gab die Lehre des Zen genauso an seine Schüler weiter, wie er diese von seinem Meister erhalten hatte und lehrte unermüdlich die Praxis des Zazen.
Heute, nach seinem Tod, wird diese Unterweisung authentisch von seinen Schülern in den Dojos und Tempeln der AZI weitergegeben.